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Die SVP flutet die Briefkästen. Aber «SVP» kommt kaum vor.

Aktualisiert: 5. Mai



Die SVP verschickt eine Abstimmungszeitung zur 10-Millionen-Initiative in einer Auflage von über 2,5 Millionen Exemplaren. Das SVP-Logo fehlt weitgehend. Der Absender steht nur im Impressum. Marcel Dettling, SVP-Präsident, erscheint als Parteipräsident – die anderen Exponenten als Anwalt, Gastronomin, Unternehmerin. Wer hinter der Publikation steckt, muss umblättern. Das ist keine Nachlässigkeit.


Die Fakten: Das Kampagnenblatt setzt auf Natur, Dichtestress, Züge, Baukräne – und fast nirgends auf das SVP-Sünneli. Prominente Gesichter wie Pascal Schmid oder Magdalena Martullo-Blocher werden ohne Parteinennung zitiert. Das Blatt ist bewusst öko-grün gestaltet.


Die Details: Die Reaktionen zeigen, warum das funktioniert. Mitte-Chef Philipp Matthias Bregy wurde ungefragt zitiert – mit Aussagen, die den Eindruck erwecken, die Mitte sympathisiere mit der Initiative. FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro steht ebenfalls drin, obwohl sie klar im Nein-Lager ist: «Ich bin nicht um Erlaubnis gefragt worden.» Die SVP zitiert ihre politischen Gegner, ohne deren Gesamtposition zu nennen.


Der Haken: SVP-Präsident Dettling verteidigt den Verzicht aufs Logo: «Natürlich müssen wir auch Leute ausserhalb unserer Basis erreichen, um zu gewinnen.»


Wie der «Bundeshaus Insider» berichtete, zeigen Umfragen, dass 54 Prozent der FDP-Basis und 47 Prozent der Mitte-Basis der Initiative zustimmen würden – trotz gegenteiliger Parolen ihrer Parteiführungen. Die SVP wisse genau, wen sie ansprechen will. Das Briefkasten-Blatt ist kein Kommunikationsproblem. Es ist ein Präzisionswerkzeug.


Bregy sagt, die Tatsache, dass die SVP das eigene Logo weglasse, zeige, dass sie zweifle, ob sie als Absender glaubwürdig sei. Das stimmt. Und trotzdem funktioniert es.


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