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Die Mafia wusste, wen der Bundesrat als nächstes trifft. Und wo.



Was diese Woche in der Fedpol-Affäre herausgekommen ist, hat kaum jemand klar eingeordnet: Der Beschuldigte hatte nicht nur als Personenschützer Zugang zu sensiblen Daten – sondern bereits davor, im Bereich internationale Polizeikooperation. Die Drehscheibe für internationale Ermittlungsinformationen. Was er der Mafia verkauft hat, sind nicht Fahrpläne von Bundesräten. Es sind Ermittlungsdaten.


Die Details: Der Mann zwischen 40 und 50 arbeitete zuerst bei der Kantonspolizei Basel-Stadt, wechselte dann zur internationalen Polizeikooperation beim Fedpol – und zuletzt in den Bundessicherheitsdienst (BSD), der Bundesratsmitglieder und Parlamentarier schützt. In beiden Funktionen konnte er auf Informationen zu kriminellen Organisationen zugreifen. Das Fedpol bestätigt das gegenüber SRF.


Gleichzeitig: Auch die Ehefrau des Beschuldigten wurde verhaftet. Sie war über zehn Jahre bei der Kantonspolizei Basel-Stadt tätig, zog sich vor vier Jahren zurück. Wie sie in die Affäre verwickelt ist, bleibt offen. Die Unschuldsvermutung gilt für beide.


Schmiergeld von weit über 100'000 Franken soll geflossen sein. Die Mafia wusste – mutmasslich – welche Ermittlungen liefen, mit wem die Behörden zusammenarbeiteten, was die Polizei als nächstes plant.


Der Haken: Ein GPK-Mitglied bestätigt: Es gehe nicht nur um den Einzelfall, sondern um die Personalführung und das Arbeitsklima beim Fedpol. Es habe auffällig viele «unschöne Abgänge» gegeben. Zufriedene Mitarbeitende seien weniger anfällig für Einflussnahme – das ist keine sozialpädagogische Sentenz. Das ist eine Diagnose.


Das Fedpol hat inzwischen Aufgaben neu verteilt und die Datenzugriffe strenger überwacht. Reaktion, keine Prävention.


Die Mafia rekrutiert nicht zufällig. Sie wählt. Das ist das eigentliche Problem.


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