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Die Ruag ist zu teuer, zu langsam, zu kompliziert. Der Bundesrat hat das gewusst. Und geschwiegen.

Aktualisiert: 5. Mai



Die Schweizer Armee finanziert 76 Prozent des Umsatzes der Ruag MRO. Die Ruag ist zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Der Bundesrat gibt ihr Ziele vor und kontrolliert deren Erreichung. Und er hat eine Umfrage unter Armeekundinnen bis heute unter Verschluss gehalten, die zeigt: Die Zufriedenheit der Armee mit der Ruag ist 2025 auf 51 Prozent gesunken – nach 61 Prozent im Vorjahr.


Das ist institutionell bemerkenswert. Nicht wegen der Zahl. Sondern wegen der Frage, warum das Dokument nicht veröffentlicht wird.


Der Bundesrat hat Ende März per Medienmitteilung erklärt, die Ruag habe ihre finanziellen Ziele «weitgehend» erfüllt. Die Kundenzufriedenheit wurde «in wenigen Zeilen abgehandelt». Das ist kein Redaktionsversehen. Das ist Narrativ-Management.


Die Probleme sind konkret: zu teuer, zu langsam, zu viel Verwaltungsaufwand. Die Armee selbst benennt sie so gegenüber dem Bundesrat. Das VBS hält fest, die Versäumnisse könnten die Einsatzbereitschaft der Armee negativ beeinflussen. Die Ruag sagt, 130 Waffensysteme seien «altersbedingt aufwendig». Das stimmt. Es erklärt aber nicht, warum die Zufriedenheit in einem Jahr um zehn Punkte gefallen ist.


Und dann noch die Ironie: Die Schweiz diskutiert gerade darüber, wie sie ihre Armee mit Milliarden finanziert – MWST-Erhöhung, Sonderkredit, Direktbeschaffung. Und der zentrale Wartungsbetrieb, der diese Milliarden in Einsatzbereitschaft umwandeln soll, wird von seiner Hauptkundin mit 51 Prozent bewertet.


Das ist das eigentliche Problem. Die Finanzierung ist die Voraussetzung. Die Ruag ist die Flaschenhals.


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