Die Mafia ist in der Bundespolizei. Das ist keine Überraschung.
- Yannick Güttinger

- 29. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Mai
Im Bundessicherheitsdienst – der Einheit, die Bundesratsmitglieder, Parlamentarier und ausländische Gäste schützt – hat ein Mitarbeiter vertrauliche Informationen an eine Drogen-Mafia verkauft. Die Bundesanwaltschaft liess am Dienstag sechs Personen festnehmen, zwölf Hausdurchsuchungen fanden in Basel-Stadt, Basel-Landschaft sowie in Frankreich und Deutschland statt. Das ist keine Überraschung. Das ist die Konsequenz eines Problems, vor dem Fedpol seit Jahren warnt.
Die frühere Fedpol-Chefin Nicoletta Della Valle sagte 2024 öffentlich: Fedpol habe Fälle gehabt, in denen Bewerber abgelehnt werden mussten, weil ihre Familien Mafiabezüge aufwiesen. Kandidaten, gegen die nichts vorlag. Aber das Muster war erkennbar.
Und trotzdem: Der Bundessicherheitsdienst mit seinen rund 150 Mitarbeitenden gilt intern als schwächer an das Fedpolgebunden als die Bundeskriminalpolizei. Das Commitment, wie Beobachter sagen. Die Loyalität. Sie ist nicht überall gleich.
Der Haken: Der Maulwurf hat vertrauliche Informationen an eine Organisation weitergegeben, die in der Schweiz Drogenhandel betreibt – und das aus dem Dienst heraus, der die höchsten Sicherheitsstufen kennt. Welche Informationen genau geflossen sind, ist unklar. Ob Schutzkonzepte, Bewegungsprofile, Operationsdetails – die Behörden schweigen mit Verweis auf laufende Ermittlungen.
Das ist das eigentliche Problem. Nicht der Einzelne. Die organisierte Kriminalität in der Schweiz ist längst kein Randphänomen mehr. Sie rekrutiert. Sie infiltriert. Und offenbar auch dort, wo man es am wenigsten brauchen kann.
Fedpol prüft nun zusätzliche Präventionsmassnahmen. Das klingt nach Reaktion. Es ist zu spät für Prävention.
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