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Die Mitte hat Nein gesagt. Und dann trotzdem Ja.

Aktualisiert: 5. Mai




Die Fakten: Die Delegierten der Mitte fassten die Nein-Parole Ende März in Zug mit fast einer Stimme. Nur eine einzige Ja-Stimme. Doch was in Zug beschlossen wurde, trägt nicht bis in die katholischen Stammkantone. In Appenzell Innerrhoden erreichte die Masseneinwanderungsinitiative 2014 einen Ja-Anteil von 63,5 Prozent. Das ist kein Zufall – das ist eine andere politische Welt.


Die Details: Der gemeinsame Nenner der Abweichler: Alle haben im Parlamentsdebatte auf einen Gegenvorschlag gedrängt. Als der scheiterte, blieb ihnen nur die Wahl zwischen Enthaltung, Nein und Ja. Pius Kaufmann, Nationalrat Luzern, sagt: Parteien werden Nein sagen – und trotzdem könnte die Initiative angenommen werden. Peter Hegglin, Ständerat Zug, enthielt sich und hält sich im Abstimmungskampf zurück. Der Zuger Unmut ist real, sein taktisches Kalkül auch.


Der Haken: Die Mitte hat in diesem Abstimmungskampf ein strukturelles Problem. Ihre urbane, wirtschaftsliberale Führung kämpft gegen eine Initiative, die in der ländlichen Basis durchaus auf Sympathie stösst. Das Scharnier-Image der Partei trägt das nicht unbegrenzt. Irgendwann dreht das Scharnier in die falsche Richtung.


Am 14. Juni wird sichtbar, wie gross dieser Riss wirklich ist.


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