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Der HEV verlässt die einzige Plattform, an der alle Wohnpolitiker gemeinsam sitzen

Aktualisiert: 5. Mai



Der Bundesrat will die Eidgenössische Kommission für Wohnungswesen auflösen – das einzige Gremium, in dem Mieterverband, Hauseigentümer, Gewerkschaften und Immobilienbranche regelmässig am selben Tisch sitzen. 14 von 15 Mitgliedern wehren sich. Das fünfzehnte ist der Hauseigentümerverband Schweiz. Das sagt alles.


Hintergrund: Die Wohnpolitik ist seit Jahren blockiert. Mehrere Volksabstimmungen zu Mietrechtsreformen scheiterten. Guy Parmelin (SVP, WBF) brach im Mai 2025 seinen letzten Vermittlungsversuch ab. Jetzt soll auch die Kommission fallen – Einsparung: 10'000 Franken pro Jahr.


Fakten und Details: Die 15-köpfige Kommission vereint Bundesämter, Architekten-, Mieter- und Genossenschaftsverbände, Banken und die Immobilienbranche. Das Argument der Mehrheit ist einfach: Bei steigenden Mieten, Wohnungsnot und laufender Mieterverbandsinitiative braucht es eine institutionalisierte Plattform — keine Ad-hoc-Formate, die die Verwaltung nach eigenem Gutdünken plant.


HEV-Direktor Markus Meier nennt seinen Entscheid «nüchtern» und «pragmatisch». Der fehlende

Mehrwert der Kommission rechtfertige die Auflösung. Die Westschweizer Hauseigentümervereinigung FRI sieht das anders – und hat sich der Mehrheit angeschlossen.


Der Haken: Die Asloca-Generalsekretärin Linda Rosenkranz sagt, der HEV brenne damit die letzten noch bestehenden Brücken nieder. Das ist kein rhetorischer Überschuss. Es ist die Beschreibung eines politischen Entscheids: Wer den Dialog verlässt, wenn er Oberwasser hat, signalisiert, dass er kein Ergebnis will, das einen Kompromiss erfordert. Die Mieterverbandsinitiative für Mietkontrollen kommt trotzdem. Nur ohne Vorgespräch.


Manche Entscheide sind 10'000 Franken teuer. Dieser kostet mehr.


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