3 Milliarden Gewinn. Und trotzdem: zu teuer, zu extrem, zu unschweizerisch.
- Yannick Güttinger

- 30. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Mai
Die UBS hat im ersten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 3 Milliarden Dollar erzielt – ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. CEO Sergio Ermotti sagt, die CS-Integration liege im Plan. Gleichzeitig bezeichnet die Bank Keller-Sutters Regulierungspaket als «extrem», droht mit Jobabbau und lobbyiert mit einer Intensität, die die eigene Bundesrätin als in der Schweiz «eher unüblich» beschreibt.
Die Fakten: Drei Milliarden Dollar in einem Quartal. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht das einer Rendite, mit der die Bank eine substanzielle Eigenkapitalaufstockung problemlos verkraften könnte – ohne Jobabbau, ohne Standortverlagerung, ohne Exodus.
Die Details: Das Kernargument der Regulierungsgegner ist, dass höhere Eigenkapitalanforderungen die Wettbewerbsfähigkeit der UBS untergraben. Dieses Argument klingt nach drei Milliarden Quartalsgewinn etwas weniger überzeugend als zuvor. Die CS hatte ihre Kapitalbasis auch als wettbewerbsfähig bezeichnet.
Der Haken: Der Zeitpunkt ist nicht Zufall. Die Ständeratskommission beginnt am Montag mit den Beratungen. Die UBS präsentiert die Zahlen am Mittwoch – und schweigt gleichzeitig auf alle Fragen zum Lobbying. Das ist keine Inkonsistenz. Das ist Strategie.
Wer 3 Milliarden verdient und gleichzeitig Jobabbau droht, muss erklären, wen er damit eigentlich bedroht. Die Antwort ist das Parlament. Nicht die Öffentlichkeit.
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